Alles, was Drohnenpiloten in Deutschland über Flughöhen, Sichtflugregeln und Sondergenehmigungen wissen müssen
Drohnen eröffnen spektakuläre Perspektiven und sind heute in Freizeit, Industrie und Behörden im Einsatz. Doch der Luftraum ist streng geregelt – schließlich teilen sich Drohnen ihn mit Hubschraubern, Flugzeugen oder Segelfliegern. Wer eine Drohne in Deutschland steuern möchte, sollte deshalb die Vorschriften zur maximalen Flughöhe kennen.
In diesem Beitrag klären wir über folgende Themen auf:
- Welche maximale Höhe für Drohnenflüge in Deutschland erlaubt ist
- Welche Ausnahmen es gibt
- Was Sichtflug (VLOS) und BVLOS bedeuten
- Welche Konsequenzen Verstöße haben
Welche maximale Flughöhe für Drohnen ist in Deutschland erlaubt?
In der Offenen Kategorie, die für die meisten Freizeit- und Berufspiloten gilt, darf eine Drohne maximal 120 Meter über Grund (AGL – Above Ground Level) fliegen.
Wichtig: Die 120 m beziehen sich auf den Abstand zur Erdoberfläche direkt unter der Drohne, nicht auf den Startpunkt oder den Meeresspiegel. Wer also an einem Hang startet, muss das Geländegefälle mit einrechnen.
Diese Begrenzung dient der Sicherheit, da bemannter Luftverkehr (z.B. Helikopter oder Sportflugzeuge) häufig in niedrigen Höhen unterwegs ist.
Gibt es Ausnahmen von der 120-Meter-Regel?
Ja – es gibt bestimmte Szenarien, in denen Drohnen über 120 m steigen dürfen:
1) Flüge nahe hoher Hindernisse:
Nahe künstlicher Hindernisse (z.B. Windräder, Türme) mit einer Höhe von mehr als 105 m gilt:
- Mit Zustimmung des Hindernisbetreibers darfst du bis zu 15 m über das Hindernis hinaus
- Bedingung: Du befindest dich 50 m seitlich vom Hindernis.
- Das gilt in der Offenen Kategorie – es ist keine spezielle Genehmigung nötig.
2) Betriebsgenehmigung in der Speziellen Kategorie
Soll über die 120 m hinaus geflogen werden (z.B. bei Inspektionen oder Infrastrukturprojekten), ist eine Betriebsgenehmigung erforderlich. Grundlage hierfür ist eine SORA-Risikobewertung (Specific Operations Risk Assessment).
3) BOS-Einsätze (Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte)
Flüge von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sind nicht genehmigungspflichtig nach EU-Verordnung. Sie können in Einsatzlagen auch über 120 m steigen, wenn dies für die Erfüllung ihrer Aufgaben notwendig ist – zum Beispiel zur großflächigen Lageerkundung bei Bränden.
Tipp: Mit unserem E-Learning BOS-Wissen für Fernpiloten bereiten wir perfekt auf anstehende BOS-Einsätze unter Berücksichtigung der europäischen und nationalen Sonderrechte vor.
Achtung: Die sogenannten Standard-Szenarien (STS) – STS-01 (VLOS) und STS-02 (BVLOS mit Beobachtern) – heben die 120-m-Grenze nicht auf.
VLOS und BVLOS: Was bedeutet das?
VLOS – Visual Line of Sight
- Standardmäßig müssen Drohnen in Sichtweite des Piloten betrieben werden.
- „Sichtweite“ bedeutet: Die Drohne muss mit bloßem Auge (ohne Fernglas) erkennbar sein.
- FPV-Flüge (First Person View) sind möglich, wenn ein UA-Observer (Spotter) die Drohne visuell überwacht und mit dem Piloten in unmittelbarem Kontakt oder Funkkontakt steht.
BVLOS – Beyond Visual Line of Sight
- Flüge außerhalb der Sichtweite sind z.B. bei Trassenbefliegungen oder Inspektionen
- Voraussetzung:
- Betriebsgenehmigung in der Speziellen Kategorie (SORA) oder STS-02-Erklärung
- Sicherheitskonzept mit geeigneten Maßnahmen (z.B. Luftraumbeobachter, redundante Systeme, Detektionssysteme)
- Technisch geeignete Drohnen (z.B. C6-Klassifizierung bei STS-02)
Droniq unterstützt bei der Planung, Genehmigung und Durchführung von BVLOS-Flügen in Deutschland:
Was passiert bei Verstößen gegen die maximale Drohnen-Flughöhe?
Wer höher als 120 m fliegt, ohne Genehmigung zu haben, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 58 LuftVG.
Als mögliche Konsequenz ist mit Bußgeldern in Höhne von mehreren Tausend Euro, Beschlagnahmung der Drohne und im schlimmsten Fall mit einem Strafverfahren wegen Gefährdung des Luftverkehrs (§ 315 StGB) zu rechnen.
Darum gilt: Als Drohnenpilot sollte man sich vor jedem Flug über die Vorschriften und mögliche UAS-Geozonen informieren! Ein praktisches Hilfsmittel dafür ist Droniq Maps, das dir alle relevanten Luftraumbeschränkungen für Drohnenflüge in Deutschland anzeigt.
Die 120-Meter-Grenze ist der wichtigste Grundsatz für Drohnenflüge in Deutschland.
Wer sich an die Sichtflugregel (VLOS) hält, ist auf der sicheren Seite. Für Ausnahmen über 120 m oder BVLOS-Flüge brauchst ist eine Betriebsgenehmigung und ein durchdachtes Sicherheitskonzept notwendig.
Weitere Fragen? Wir stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite – von Schulungen über die Genehmigungsberatung bis hin zur einsatzbereiten Drohnentechnologie.